The Need for Speed

Welche Auswirkungen die Ladezeit auf ein Online-Angebot hat

Wer kennt das nicht? Man ist unterwegs und möchte „nur geschwind“ etwas im Internet nachschauen, aber die aufgerufene Seite lädt und lädt nicht, obwohl der Empfang generell gut ist. Wenn möglich, wechselt man zu einer alternativen Seite... So geht es Ihren Kunden und Nutzern vielleicht auch? Erfahren Sie, was lange Ladezeiten verursacht und welche Auswirkungen das sonst noch hat.

Auswirkung langer Ladezeiten

Wie schnell ein Webangebot lädt, macht sich buchstäblich in Heller und Pfenning bemerkbar. So werden aktuell rund 50% der Website-Besuche abgebrochen, wenn die Seite länger als 3 Sekunden zum Laden braucht. Im E-Commerce erwarten Markt-Giganten wie Amazon oder Walmart eine Umsatzsteigerung von 1% je 100 Millisekunden, die an Ladezeit eingespart werden.

Aufgrund zügiger Erreichbarkeit der gewünschten Dienste sind Benutzer und Kunden eher bereit, ein Angebot wiederholt zu nutzen; die Markenloyalität steigt und die Auffindbarkeit in Suchmaschinen wird verbessert.

Die „Performance“ einer Website, eines Portals oder eines Shop-Systems schlägt also vielfältig zu Buche und sollte daher entsprechend stetig beobachtet und optimiert werden.

Was versteht man eigentlich unter „Performance“?

Die benötigte Ladezeit einer Website oder eines anderen Online-Dienstes wird auch „Performance“ genannt. Sie kann je nach Standort und damit verfügbarer Netzanbindung sowie in Abhängigkeit vom benutzten Endgerät variieren. Die dabei vom Menschen empfundene Zeit kann von den messbaren Zeitwerten durchaus abweichen. Dabei ist der Nutzungskontext entscheidend: So haben Alter, Gemütsverfassung (unter Stress oder entspannt) oder auch die Aktivität – ob ein Angebot laufend auf einem Smartphone „nebenbei“ oder sitzend am Desktop-Rechner und konzentriert genutzt wird – Einfluss auf das menschliche Zeitempfinden.

Es gibt darüber hinaus weitere Faktoren, die dieses Empfinden positiv oder eben auch negativ beeinflussen können, wie z. B. der initiale Aufbau der Seiteninhalte nach Aufruf erfolgt oder wie sich die Reaktion nach einer Interaktion wie Klick auf einen Button oder Link darstellt.

So oder so: Für rund dreiviertel der Nutzer ist eine schnelle Ladezeit das wichtigste Kriterium, das darüber entscheidet, wie positiv ein Dienst bewertet wird.

Stellschrauben für die Performance-Optimierung

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Performance zu optimieren. Dabei muss man technische Aspekte bzgl. Hard- und Software auf der einen und gestalterische Maßnahmen bzgl. grafischem User Interface (auch „GUI“ genannt – zu Deutsch „Benutzeroberfläche“) auf der anderen Seite unterscheiden.

Technische Möglichkeiten

Eine Möglichkeit ist die Bereitstellung leistungsstarker Hardware wie Speicherkomponenten, Cloud-Services oder eine gute Netzwerkanbindung. Auch die Konfiguration oder Programmierung am Server spielt eine Rolle sowie das „Caching-Verhalten“: Unter Cache versteht man eine Art Puffer, der dafür sorgt, dass Inhalte in einem Zwischenspeicher vorgehalten und bei einem erneuten Seitenzugriff schneller geladen werden können. Prinzipiell ähnlich arbeiten auch sog. „Content Delivery Networks“ (CDNs). Diese verteilen die Speicherung und Verarbeitung von Mediendaten in einem Netzwerk über mehrere Server und halten sie für die Auslieferung so vor, dass Inhalte schnell angezeigt und / oder wenig Bandbreite verbraucht wird, was Zeit und Kosten spart.

Darüber hinaus sind Menge, Größe, Format und Kompressionsqualität verwendeter Assets (Texte, Bilder, Videos etc.) ausschlaggebend. Die Verarbeitung von Medien kann z.B. technisch optimiert werden, teilweise muss redaktionell – also quasi von Hand – verbessert werden.

Gestalterische Maßnahmen

Je nachdem, wie das Verhalten einer Anwendung während des Ladens gestaltet ist, erscheint die empfundene Wartezeit als mehr oder weniger kritisch. Als Faustregel gilt: je kürzer die gefühlte Ladezeit, um so besser die Nutzererfahrung (User Experience). Das allein ist aber noch nicht entscheidend. Nutzer wünschen sich eine zügige und zuverlässige Rückmeldung darüber, ob aktuell „etwas passiert“, ob die nach und nach angezeigten Inhalte auf den ersten Blick nützlich erscheinen („Brauche ich das?“) und ob möglichst schnell eine Eingabe getätigt oder relevante Informationen abgerufen werden können („Kann ich es nutzen?“).

Folgende Maßnahmen wirken sich aus Nutzersicht positiv auf die gefühlte Ladezeit aus:

  • Inhalte ganz oben auf der Seite sollten zuerst geladen werden, um die Aufmerksamkeit des Anwenders hoch zu halten und unnötiges Scrollen in untere Bereiche der Seite zu vermeiden
  • Kritische Ressourcen, wie z.B. umfängliche Daten in Form von Bildern oder Videos, sollten im Vorfeld gepuffert oder nachgelagert geladen werden: Es ist besser, zügig etwas unvollständig anzuzeigen als den Nutzer warten zu lassen, dass gefühlt alles „auf einen Schlag“ sichtbar wird
  • Es sollte nur der Code aktualisiert werden, der gebraucht wird (Ajax)
  • Schnelles Feedback, dass überhaupt etwas passiert und besser noch: was konkret passiert
  • Sogenannte „Microinteractions“ in Form von z.B. Animationen können schnelles und einfaches Feedback für den Nutzer unterstützen

Erfolgsfaktor Ladezeit

Zusammenfassung

Die Ladezeit bzw. die gefühlte Geschwindigkeit ist ein wichtiger Erfolgsfaktor für eine Online-Anwendung. Eine gute Performance erhöht die Kundenzufriedenheit und damit auch Umsatz, Kundenbindung und Sichtbarkeit in Suchmaschinen.
Dementsprechend sollten Sie Ihre Angebote im Web überwachen, um Ladezeiten zu optimieren und auf Performance-Einbußen schnell reagieren zu können.

Eine Optimierung kann Schritt für Schritt mit einem guten Überblick über anfallende Kosten erfolgen. Wichtig dabei ist, dass entsprechende Ziele dazu definiert und priorisiert werden. Und nicht zuletzt sollte die mobile Nutzung berücksichtigt werden, die kontinuierlich zunimmt und bei der sich lange Ladezeiten bei schlechter Netzabdeckung in der Regel stärker und schmerzlicher bemerkbar machen.

Sie wollen mehr zu Performance-Optimierung erfahren? Sprechen Sie uns an!

Peter Passeck Geschäftsführung Beratung
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