Komplexität meistern – Nutzer unterstützen

Optimierung interner digitaler Prozesse in der Leistungselektronik für SEMIKRON

Zum Kunden

Rund um das Projekt

Kunde: SEMIKRON International GmbH
Produkt: Anwendung zur Planung und Abwicklung von Leistungstests
Projekt-Dauer: laufend seit 2016
Zielgruppen: Mitarbeiter in der Validierung und Prüfung von Bauteilen
Methoden: Interviews, Workshops, UX-Konzeption, Klick-Dummy, Usability-Evaluation, Design, Styleguide

Das Ziel

Mit der im eigenen Haus entwickelten, internen Anwendung „SKQBase“ werden Aufträge zur Prüfung elektronischer Bauteile verwaltet: Sie werden von extern und intern beantragt, geprüft, geplant, durchgeführt, dokumentiert und in der Summe ausgewertet. In Niederlassungen weltweit ist das System im Einsatz. Die Anwendung sollte in einem ersten Schritt um den Funktionsbereich „Ressourcenplanung“ erweitert werden, um die entsprechenden Geräte – wie z.B. Netzteile, Datenlogger, Heizplatten, Messgeräte oder Generatoren – für Testaufbau und -durchführung buchen und deren Einsatz und Verteilung zwischen den unterschiedlichen Test-Teams besser planen zu können. Auch sollte die Synchronisation mehrerer Datenbanken realisiert werden. Dabei sollten die Anforderungen der Nutzer ins Zentrum gestellt werden.

In folgenden Schritten wurden weitere Anpassungen und UX-Optimierungen an der bestehenden Kernanwendung vorgenommen, die nach und nach umgesetzt und implementiert werden.

Die Herausforderung

Ursprünglich wurde die Ressourcenplanung über Excel-Tabellen organisiert. Aktuelle Buchungen waren dort nicht immer tagesaktuell hinterlegt, Dokumentenstände konnten abweichend vorliegen und die Abstimmung zwischen einzelnen Testern, z.B. wenn der gleiche Messaufbau genutzt und mehrere Aufträge in einem gemeinsamen Setup zu bearbeiten waren, konnten nicht reibungsfrei erfolgen.

Daher sollte eine zentrale Verwaltung der Ressourcenbuchungen möglich sein, um Fehl- oder Überbuchungen zu vermeiden. Außerdem sollten die Testplaner bei der Zusammenstellung der erforderlichen Ressourcen für ihre Messungen bestmöglich unterstützt werden. Darüber hinaus sollten Wartungszeiten der Anlagen, die über ein zentrales Verwaltungssystem gesteuert werden, in die Ressourcenplanung übernommen und dort für eine bessere Planungssicherheit ersichtlich sein.

Entwicklung / Vorgehen

Analyse der Nutzer, deren Anforderungen und Konzeptionsphase

Im ersten Schritt musste sich das UX-Team mit den Arbeitsabläufen und Aufgaben der Testplaner sowie der technischen Ausstattung vertraut machen. In kontextuellen Interviews mit Testplanern an ihren Arbeitsplätzen konnten diese zu ihren Aufgaben, Routinen und Herausforderungen befragt und die Anwendung der bisherigen Werkzeuge zur Ressourcenplanung beobachtet werden. Dabei wurden auch die unterschiedlichen Rollen und damit verbundenen Aufgaben beim Testen von Bauteilen berücksichtigt. Zudem wurden die fachlichen Gegebenheiten und Datenschemata untersucht sowie der Testraum vor Ort begutachtet, um das Vorgehen zum Aufbau der passenden Testumgebungen oder auch die räumliche Bestückung von z.B. Klimaschränken praktisch nachvollziehen zu können.

Lösung entwickeln und testen

Auf Grundlage der gesammelten Recherchedaten wurde gemeinsam mit den Fachverantwortlichen bei SEMIKRON der Arbeitsablauf für die neue Ressourcenplanung modelliert und in Form von Wireframes und ersten Klick-Dummies umgesetzt. Die visualisierten Lösungsansätze wurden mit Kollegen aus der Testplanung und -durchführung gesichtet und informelles Feedback eingeholt. Nach Optimierung der Oberflächen im Prototypen wurde anschließend auf Basis des Erscheinungsbildes von SEMIKRON das finale Design für die Ressourcenplanung umgesetzt.

Das Ergebnis

Das Konzept für die zentrale Ressourcenplanung wurde technisch umgesetzt und in die bestehende Anwendung „SKQBase“ integriert. Die Planung ist in drei Schritten organisiert. In Schritt 1 werden auf Grundlage der Auftragsdaten die passenden Kategorien der benötigten Ressourcen ausgewählt. Dabei können zusätzliche, aus fachlicher Sicht relevante Testparameter bereits ergänzend mit einbezogen werden. Auf Grundlage der Konfiguration durch den Testplaner zeigt das System in Schritt 2 die verfügbaren und passenden Test-Ressourcen in kalendarischer Ansicht an, so dass die Testplaner direkt einsehen können, welche Ausstattung ihnen im für den Testlauf geplanten Zeitfenster zur Verfügung steht. Die Ressourcen sind nach Produktkategorien wie Netzteil, Datalogger, Sensor etc. geclustert und können so kompakt dargestellt werden. Mit Klick auf die gewünschten Ressourcen werden diese zentral vorgemerkt. In Schritt 3 kann die gewünschte Buchung der Ressourcen noch einmal verfeinert (z.B. Definition der erforderlichen Messkanäle etc.) und abgeschlossen werden.

Die erfolgten Buchungen können bis zum Start der eigentlichen Testmessung bearbeitet und angepasst werden. Auch andere Testplaner können auf bestehende Buchungen zugreifen und sich so, wenn der Testaufbau auf weitere geplante Messungen passt, in eine bestehende Buchung zubuchen. Damit werden Aufwände in Aufbau und Ressourceneinsatz minimiert.

Das sagt der Kunde

Fazit / Ausblick

Im Nachgang an die Realisierung der Ressourcenplanung wurden weitere Module der zentralen Bestandsanwendung „SKQBase“ konzeptionell bearbeitet und erweitert, um den sich ändernden Anforderungen z.B. hinsichtlich Monitoring und Controlling auch in Zukunft gerecht zu werden. So sollen die Anlagen beispielsweise in Zukunft ihren Status automatisch an eine Datenbank senden, um die Information in Aufträgen direkt sichtbar zu machen.

In diesem Zuge wurden weitere Funktionsbereiche wie die zentrale Suchfunktion, ein interner Newsroom und die Aufgabenverwaltung bis hin zur Zeitenbuchung prototypisch umgesetzt und in Umfragen und unmoderierten Usability-Tests evaluiert und optimiert. Abschließend wurde ein übergreifender Styleguide entwickelt, der die Konsistenz aller Komponenten in Funktion und Aussehen für SKQBase sicherstellt. Die Gestaltungsprinzipien wurden im finalen Design auf die erweiterten Komponenten angewendet. Im Anschluss daran erfolgt nun die schrittweise technische Umsetzung der überarbeiteten Bereiche nach Priorität.


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