Zum Unternehmen
Sielaff ist eine der weltweit führenden Marken für nachhaltig erfolgreiche Automaten-Lösungen mit Sitz im fränkischen Herrieden. Der deutsche Marktführer im Bereich Vending bietet neben Heiß- und Kaltgetränkeautomaten auch Combi- und Spiralautomaten für Snacks, Getränke, frische Lebensmittel und Non-Food-Artikel sowie Rücknahmeautomaten.
Rund um das Projekt
Kunde: Sielaff GmbH & Co. KG
Produkt: Display-Gestaltung Heißgetränkeautomat „SiLine HG TS27“
Projekt-Dauer: 3 Monate
Zielgruppen: Kaffee- und Teegenießer*innen, Automatenbetreiber*innen
Methoden: Feldstudie, Interviews, Stärken-Schwächen-Analyse, Benchmark, UX-Konzeption, Klick-Dummy, Usability-Test, Design, Styleguide
Das Ziel
Ein erstes Grobkonzept zur Steuerung des Heißgetränkeautomaten „SiLine HG TS27“ via 27"-Display sollte hinsichtlich Usability-Kriterien geprüft und konzeptionell überarbeitet werden, um eine effiziente und zufriedenstellende Bedienung mit dem Gerät sicher zu stellen. Neben der Erhebung von Nutzungsanforderungen sollten Interaktionskonzepte für verschiedene Geschäftsumfelder, das Design sowie ein Styleguide entwickelt werden.
Die Herausforderung
Heißgetränkeautomaten werden in unterschiedlichen Kontexten verwendet und bieten unterschiedlichste und flexible Verwendungsoptionen für die jeweiligen Betreiber*innen. So finden sich die Standautomaten unter anderem an Autobahnraststätten, im Einzelhandel, in Kantinen und Kaffeeküchen sowie im Produktionsumfeld. Je nach Einsatzgebiet kann die Ausstattung der Automaten stark variieren. Neben verschiedenen Kaffeespezialitäten wie Cappuccino, Espresso etc. können Kakaogetränke, Tees und Suppen angeboten werden. Produktzubereitung und Rezepturen können auf die spezifischen Bedürfnisse der jeweiligen Automaten-Betreiber*innen zugeschnitten werden, wodurch sich auch verschiedene Formen der Produktauswahl und Konfigurationsmöglichkeiten durch die Nutzer*innen ergeben, die die Ausgestaltung des Displays entsprechend beeinflussen.
So waren neben einer Direktwahl (ein Klick) einer fest definierten Produktrezeptur auch mehrschrittige Auswahlprozesse für die personalisierte Zuwahl von z.B. Zucker oder Milch zu berücksichtigen. Darüber hinaus mussten unterschiedliche Möglichkeiten bzgl. Tassenverwendung, Becher-, Deckel- und Rührstabausgabe in der Benutzerschnittstelle abgebildet werden.
Das zu gestaltende Display musste der hohen Flexibilität der technischen Konfiguration optimal gerecht werden und entsprechend variabel ausgelegt sein. Das grundlegende Interaktionskonzept sollte durchgängig gestaltet sein, um über verschiedene Ausprägungen hinweg flexibel und wiedererkennbar eingesetzt werden zu können.
Die Entwicklung / Das Vorgehen
Im ersten Schritt wurde eine Feldrecherche durchgeführt, in der Heißgetränkeautomaten im Einzelhandel analysiert wurden. Anhand einer Table Top Maschine von Sielaff konnten die Interaktionswege zu Auswahl und Konfiguration von Heißgetränken anhand eines kleinen Displays untersucht und Hersteller-Spezifika aufgenommen werden. Im Anschluss wurden unterschiedliche Bedienkonzepte im Bereich „Heißgetränkeautomaten“ über mehrere Anbieter hinweg vergleichend betrachtet und Stärken und Schwächen herausgearbeitet.
Analyse Nutzungsanforderungen und Konzeption
In kurzen Interviews wurden Erfahrungen von Benutzenden unterschiedlicher Vorerfahrung und Altersgruppen im Umgang mit Heißgetränkeautomaten aufgenommen, um besser zu verstehen, welche Aspekte positiv wahrgenommen werden und wo ggf. Anwendungsprobleme bestehen. Dabei wurden unterschiedliche Anwendungsfälle wie der Einsatz im betrieblichen oder öffentlichen Umfeld betrachtet.
Um alle wesentlichen Aspekte übersichtlich zu erfassen, die in der Benutzerschnittstelle des Displays dargestellt werden mussten, wurde ein Flowchart erstellt, das die verschiedenen „Abzweigungen“ im Bedienverlauf erfasste. So wurden z.B. die unterschiedlichen Anforderungen zur Abwicklung des Zahlprozesses herausgearbeitet.
Lösung entwickeln und testen
Auf dieser Grundlage wurden erste Layout-Ideen für das Automaten-Display mit Hilfe von Handskizzen visualisiert und unterschiedliche Bedienkonzepte entwickelt. Die verschiedenen Varianten wurden in kurzen Feedback-Sessions mit Benutzer*innen betrachtet und bewertet. So konnten die jeweiligen Konzepte priorisiert und optimiert werden. Im weiteren Verlauf wurden Designvarianten in der realen Displaygröße entwickelt und erneut Feedback repräsentativer Nutzer*innen unterschiedlicher Altersgruppen dazu eingeholt. Die Befunde flossen entsprechend in die Optimierung und Verfeinerung der Designs ein.
Anschließend wurden das Interaktionsdesign im Detail ausgearbeitet, erweitert und die erforderlichen Assets für die technische Umsetzung vorbereitet.
Das Ergebnis
Der Ablauf der verschiedenen Dialoge am Heißgetränkeautomaten wurde mit Hilfe wiederkehrenden Nutzerfeedbacks in Form von Interviews und Testsessions geschärft und verbessert. Neben dem Bedienablauf wurden Hinweisdialoge, Fehlermeldungen und Varianten zu Informationstiefe und Funktionsumfang auf den Displays gestaltet. Parallel wurde ein Styleguide zur Dokumentation der User Interface Elemente sowie ein Iconset entwickelt, das die verschiedenen Produktgruppen in der Produktauswahl und -ausgabe repräsentiert. Der Styleguide erleichtert die Umsetzung der Konzeptvarianten in der technischen Entwicklung und erlaubt farbliche Varianten. Grundlegende Aspekte der barrierefreien Bedienung wurden ebenfalls berücksichtigt und umgesetzt.
Das sagt der Kunde
Fazit / Ausblick
Die Darstellung der erforderlichen Informationen und Funktionen auf den Displays wurde vereinheitlicht und gemäß der variablen Ausstattungsmöglichkeiten der Automaten flexibel gestaltbar angelegt. Verschiedene Optionen der Produktauswahl von ein- bis mehrschrittig , die Zugabe weiterer Inhaltsstoffe, die Auswahl der Bechergröße oder die ergänzende Ausgabe von Deckel und Rührstab wurden ebenfalls berücksichtigt und integriert.